Hohe Verluste für Tschechische Bahnen


Die Tschechischen Bahnen (ČD) haben im vorigen Jahr mit einem Verlust von 4,1 Milliarden Kronen (158 Millionen Euro) gewirtschaftet.


Einen Einfluss auf dieses Negativergebnis hatte vor allem die Corona-Krise. In den fünf vorangegangenen Jahren hatten die Bahnen stets einen Gewinn erzielt, im Jahr 2019 waren es noch 1,3 Milliarden Kronen (50 Millionen Euro). Den größten Einbruch in der Bilanz von 2020 verzeichnete der Personenverkehr, hier sank die Zahl der Fahrgäste um ein Drittel auf rund 118 Millionen. Im Minus landeten auch der Güterverkehr und weitere Tochterfirmen der Eisenbahn-Gruppe. Das gaben die staatlichen Bahnen am Donnerstag bekannt.


„Aufgrund der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus sank die Nachfrage bei Personenreisen erheblich. Doch auch im Güterverkehr ging das Transportvolumen zurück. Diese beiden Hauptsegmente unseres Unternehmens büßten de facto von einem Tag auf den anderen einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes ein. Im Personenverkehr aber war die Lage schlechter, weil im Rahmen der vom Staat gewährleisteten Grundversorgung ein Großteil der Linienzüge weiter im Einsatz, die Waggons aber nur spärlich besetzt waren. Das generierte Kosten, die durch den Fahrkartenverkauf nicht mehr gedeckt wurden“, erläutert ČD-Generaldirektor die Gründe für den Verlust. Er lag im Personenverkehr bei 3,97 Milliarden Kronen (153 Millionen Euro).

Im Gegensatz dazu hielten sich die Einbußen im Güterverkehr in Grenzen. Im vergangenen Jahr hat die Firma ČD Cargo 61 Millionen Tonnen an Waren transportiert. Im Vergleich zum Jahr 2019 ist das ein Rückgang von vier Millionen Tonnen. In finanzieller Hinsicht war dies ein Verlust von 248 Millionen Kronen (9,5 Millionen Euro). Im vergangenen Jahr wurden vor allem weniger feste Brennstoffe und Metallerzeugnisse transportiert. Demgegenüber wurden beim Transport von Holz, Papierwaren, Baumaterial sowie Lebensmitteln und landwirtschaftli0chen Produkten leichte Steigerungsraten verzeichnet. „Trotz der Pandemie haben wir unsere Expansion auf den ausländischen Märkten erfolgreich fortgesetzt. Besonders in Österreich und Deutschland lief es gut“, sagte ČD-Cargo-Chef Tomáš Tóth.


Mit Verlusten schlossen auch mehrere Tochterfirmen der tschechischen Bahnen das Jahr 2020 ab, beispielsweise ČD Travel oder Dopravní vzdělávací institut (Institut für Verkehrserziehung).

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