Klosterbesitz




Das Bildnis der Jungfrau Maria mit dem Kinde sieht man häufig die Fassaden alter Prager Häuser schmücken. Dieses hier über dem Erdgeschoss des Hauses zum Goldenen Löwen (U zlatého lva) in der Pohořelec 23/113 in der Burgstadt (Hradčany) ist aber ein wenig ungewöhnlich. Eine barocke Hinterglasmalerei sieht man nämlich eher selten.

Das Haus selbst durchlief mehrere Bauphasen. Zunächst standen hier zwei mittelalterliche (gotische) Häuser, die durch Renaissancebauten ersetzt wurden. Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts wurden beide Häuser zusammengelegt und im barocken Stil vereinigt – so wie wir es heute hier sehen können. Es handelt sich um ein einfaches zweistöckiges Gebäude mit einer Arkade im Erdgeschoss, die sich auch über alle Nachbarhäuser in der Straße erstreckt.

Ab 1773 fungierte das Gebäude als Pfarrhaus für die an das direkt gegenüberliegende Kloster Strahov (Strahovský klášter). Schaut man etwas oberhalb des Marienbildes, sieht man deshalb auch das in Stein gemeißelte Wappen des Klosters. Die Zugehörigkeit zum Kloster wird auch durch die darüber thronende Figur des Heiligen Norbert betont, der Gründer des Prämonstratenserordens, der das Kloster betrieb. Und auch das Marienbild enthält einen Bezug zum Kloster, denn zu ihren Füßen sieht man eine Landschaftsmalerei mit dem Kloster im Hintergrund, vor dem man einen zufrieden aussehenden Böhmischen Löwen (früherer Beitrag hier) liegen sehen kann. (DD)

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