Lockerungen vorgezogen: Kulturschaffende und Dienstleister profitieren davon


Die Infektionen und Erkrankungen mit dem Coronavirus gehen in Tschechien weiter zurück, alle relevanten Werte liegen vergleichsweise niedrig. Die Menschen hierzulande freuen sich über jede Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen, die Regierung geht allerdings vorsichtig vor. Am Montag machte das Kabinett jedoch eine Ausnahme: Es beschloss, einige Lockerungen dem ursprünglichen Zeitplan vorzuziehen.

Als Gesundheitsminister Adam Vojtěch (parteilos) und Kulturminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) am Montag vor die Medien traten, hatten sie mehrere erfreuliche Informationen im Gepäck. Eine davon ist, dass die nächste Lockerungswelle angesichts sich abschwächender Pandemie um fünf Tage vorgezogen wird. Minister Vojtěch erklärte auch den Grund:

„Wir haben festgestellt, dass die ersten Kinderferienlager bereits vor dem 1. Juli beginnen. Deswegen treten die Lockerungen schon ab dem 26. Juni in Kraft. Das betrifft vor allem sämtliche kulturellen Veranstaltungen, zu denen entsprechende Änderungen bereits beschlossen wurden.“

Die kulturelle Szene darf sich demzufolge ab Samstag wieder einem größeren Publikum präsentieren. In welcher Größe sich die Zahlen dabei verschieben, erläuterte Ressortchef Zaorálek:

„Ausgeschlossen sind die großen Festivals, doch zu allen anderen Aktionen sind bis zu 5000 Zuschauer erlaubt. Dies trifft auf alle Veranstaltungen im Freien zu, bei denen die Besucher unabhängig von der Sitzplatzkapazität auch stehen dürfen. In Innenräumen ist die Besucherzahl auf maximal 2000 Zuschauer begrenzt.“

2000 Zuschauer in Theatern, Opern- oder Konzertsälen sind bereits eine stattliche Zahl. Allerdings galt bisher die Regelung, dass nur jeder zweite Platz in den Veranstaltungsräumen besetzt sein darf. Doch auch dazu hatte Zaorálek Neues zu verkünden:

„Ab Samstag liegt die Kapazitätsbeschränkung bei 75 Prozent und nicht mehr nur bei 50 Prozent wie bisher. Meiner Meinung nach ist das eine wesentliche Erhöhung. Ich begrüße es, dass der langfristige Stufenplan beschleunigt wurde, und denke, dass sich dies auch in der Branche bezahlt macht.“

Ähnlich zufrieden wie die Kulturschaffenden dürften ab Samstag auch Händler, Dienstleister oder Gewerbetreibende sein, denn sie können dann wieder mehr Kunden als bisher in ihre Geschäfte lassen. Genau gesagt: Einen Kunden auf zehn Quadratmeter Fläche. Zuvor mussten dafür 15 Quadratmeter Fläche freigehalten werden. Auch Museen und Galerien profitieren von dieser Regelung. Gesondert geregelt sind bestimmte Dienstleistungsbranchen, wie Gesundheitsminister Vojtěch bekanntgab:

„Es gibt Tätigkeiten, die aus epidemiologischer Sicht strenger beurteilt werden müssen. Dies sind beispielsweise Frisörgeschäfte, Kosmetik-, Maniküre- oder Massagesalons. Für diese Gewerbe entfällt die Bedingung, dass sich immer nur ein Kunde zur selben Zeit im Geschäft aufhalten darf. Ebenfalls gestrichen wird die Pflicht, dass die Kunden namentlich aufgelistet werden müssen.“

In die zahlreichen Kinosäle des Landes dürfen die Besucher ab Samstag auch wieder Getränke und Imbiss mitnehmen. Auf Schlössern und Burgen wird die Grenze bei der Besucheranzahl aufgehoben, bestehen bleibt jedoch der Nachweis eines Corona-Tests oder eines Impfbelegs an der Eintrittskasse.

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