Nationalmuseum: Architektonisches Juwel voller Unikate


Das Neorenaissance-Gebäude des Nationalmuseums steht seit 130 Jahren am oberen Ende des Prager Wenzelsplatzes. Nach Restaurierungsarbeiten zum 100. Staatsgründungstag erstrahlt es in neuem Glanz.


Die Geschichte des Museums selbst ist noch einige Jahrzehnte älter. Hinter seiner Entstehung stand der patriotische Adel. Es dauerte einige Zeit, um ausreichend repräsentative Räume zu finden. Ab 1891 wurde der Neorenaissance-Palast zu einer der größten Sehenswürdigkeiten Prags. Heute steht das Nationalmuseum an einem der belebtesten Orte der Stadt, zwischen den mehrspurigen Fahrbahnen der Magistrale. Es ist schwer vorstellbar, dass das Gebäude ursprünglich von einem ruhigen Park umgeben war, der an den damaligen Rossmarkt (Koňský trh) grenzte. Die Reiterstatue des heiligen Wenzel, die sich im oberen Teil des Wenzelsplatzes befindet, sollte ursprünglich direkt vor dem Museum stehen. Der Schöpfer des Denkmals, Josef Václav Myslbek, lehnte diesen Vorschlag allerdings ab.

Im neuen Gewand


Bis vor wenigen Jahren war die Fassade des Museumsgebäudes dunkel – verursacht durch Feinstaub und Abgase – und übersät mit Einschusslöchern, die von den Schüssen aus sowjetischen Maschinengewehren im August 1968 stammten. Seit 2018 erstrahlt alles in neuem Glanz.


Eine neue Fassade, eine auf Hochglanz polierte Eingangshalle sowie glitzernde Mosaikböden. Die italienischen Handwerker, die Letztere verlegt haben, verbrauchten dafür angeblich 3,5 Millionen Marmorsteine. Auf den großen Wandgemälden sind berühmte tschechische Burgen abgebildet: der Prager Hradschin sowie die Burgen Zvíkov (Klingenberg), Křivoklát (Pürglitz) und Karlštejn (Karlstein).

Den hinteren Korridor schmücken – vor dem Eingang zu den Ausstellungsräumen – zwei Schwanthaler-Statuen: links der Humanist und Dichter Bohuslaus Lobkowicz von Hassenstein (Bohuslav Hasištejnský z Lobkovic), rechts der erste Prager Erzbischof und Berater von Kaiser Karl IV., Ernst von Pardubitz (Arnošt z Pardubic). Der zentrale Raum, das sogenannte Pantheon, würdigt herausragende Tschechen aus Wissenschaft, Kunst und Politik. Die Sammlungen des Museums umfassen tausende Unikate, seltene Münzen und Mineralien. Das berühmteste Exponat ist jedoch zweifelsohne das Skelett eines Finnwals.

Beliebte Filmkulisse


Erinnern Sie sich, wie James Bond in „Casino Royale“ (2006) sein Hotel in Venedig verlässt, um nach Vesper Lynd zu suchen, die ihn zuerst verführt und später mit seinem gewonnenen Geld verschwindet? Schauspieler Daniel Craig läuft in dieser Szene die Haupttreppe des Nationalmuseums herunter. Im Film „Der Rote Baron“ (2008) mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle stellt das Neorenaissance-Gebäude das Königliche Schloss in Berlin dar. Die Eingangshalle und das Pantheon sind in zahlreichen Filmproduktionen aus dem In- und Ausland zu sehen. So diente das Nationalmuseum zum Beispiel als Kulisse für „Mission: Impossible“ (1996), „From Hell“ (2001) und den tschechischen Spielfilm „Kawasaki's Rose“ (2009).

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