Tschechien schaltet Portal zum Herunterladen internationaler Impf- und Testzertifikaten frei



Seit Dienstag ist für Geimpfte das Reisen unter anderem zwischen Tschechien, Deutschland und Österreich wieder möglich. Hierzulande bestand aber bisher die Frage, wie sich eine Immunisierung oder auch ein Test nachweisen lassen. Dazu wurde mittlerweile ein sogenanntes Impfportal freigeschaltet. Bisher können sich aber nur tschechische Bürger dort einloggen, erst am Montag sollen auch Ausländer mit Aufenthaltsberechtigung hinzukommen.


Das neue Impfportal startete am Dienstag mit den üblichen Problemen solcher Online-Dienste. Es war überlastet, und teilweise lief gar nichts. Doch das waren nur Kinderkrankheiten. Am Mittwoch ließ sich dort problemlos ein sogenanntes „Vaccination certificate“ aufrufen, das in Tschechisch und Englisch ist. Das Zertifikat benötigt man, um zum Beispiel die neuen jeweils bilateralen Reisevereinbarungen zwischen sieben Ländern nutzen zu können. Gemeint sind Tschechien, Deutschland, Österreich, die Slowakei, Polen, Ungarn, Slowenien und Kroatien. Gesundheitsminister Adam Vojtěch (parteilos) sagte dazu bereits am Montag nach der Regierungssitzung:


„Das Portal ermöglicht, dass jemand nach der ersten Dosis beim zweiteiligen Impfschema und natürlich auch nach der vollständigen Immunisierung sich ein Zertifikat darüber ausdrucken kann.“


Denn die Impfungen sind in Tschechien zentral erfasst. Auf der anderen Seite gibt es hierzulande für Erwachsene keinen Impfpass mehr, wie er in Deutschland etwa genutzt wird. Bisher ist das Portal aber nur für tschechische Bürger zugänglich. Erst am kommenden Montag sollen auch Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis darauf zugreifen können.


In jedem Fall: Wer sich im Portal einloggt, findet dort unter seinem Namen außer der Impfung den letzten Nachweis eines Corona-Tests. Denn auch die Tests sind zentral gespeichert. Der entsprechende Beleg lässt sich dann gleichfalls als zweisprachiges Formular ausdrucken.


Die meisten Staaten verlangen für eine Einreise von Nicht-Geimpften respektive jenen, die noch nicht drei Wochen nach der ersten Dosis sind, einen PCR-Test. Auch deswegen hat Tschechien das Angebot kostenloser Tests für seine Einwohner im Juni verändert. Anstatt alle drei Tage einer sind nur noch vier Antigen-Tests im ganzen Monat möglich. Hinzukommen aber zwei PCR-Tests, die von den Krankenkassen übernommen werden.


„Das Ziel ist, dass die Menschen hierzulande nicht nur Anspruch haben auf die Schnelltests, sondern auch auf die PCR-Nachweise. Da denken wir an die anstehenden Urlaubsreisen und die Pflicht, in der Gastronomie und bei der Inanspruchnahme bestimmter Dienstleistungen einen negativen Test vorzulegen“, so Gesundheitsminister Vojtěch.


Wer bereits seine erste Impfdosis erhalten hat, gilt hierzulande nach drei Wochen als immun und muss keinen negativen Corona-Test mehr nachweisen. Angesichts der fortschreitenden Impfkampagne wurde daher die Zahl der kostenlosen Tests verringert. Zugleich hoffen Ministerium und Krankenkassen, dass die Preise auf dem freien Markt schon demnächst sinken. Zdeněk Kabátek leitet die VZP, die größte Krankenversicherung in Tschechien:


„Ich gehe davon aus, dass die Preise für Selbstzahler sich jener Summe angleichen, die die Krankenkassen erstatten. Das heißt, dass der PCR-Test ungefähr 350 Kronen (13,50 Euro, Anm. d. Red.) kosten dürfte und der Antigen-Test etwa 200 Kronen (7,70 Euro, Anm. d. Red.).“


Bisher zahlt man bei den Teststationen mindestens 1200 Kronen (46 Euro) für einen PCR-Nachweis.

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