Umfrage: Tschechen mit relativ wenig Bereitschaft für Corona-Tests bei Essengehen und Kultur


Ein negativer Coronavirus-Test soll ab Montag kommender Woche sozusagen zur Eintrittskarte werden für Friseursalons, Massagestudios und ähnliche Dienstleistungsbetriebe. Außerdem wird erwogen, in weiteren Phasen der Lockerungen auch etwa den Besuch von Restaurants beziehungsweise von Kultur- oder Sportveranstaltungen mit einem Test zu ermöglichen. Eine Umfrage zeigt jedoch, dass gar nicht alle Tschechen bereit sind, sich testen zu lassen.

Die dritte Corona-Welle ebbt in Tschechien ab. Mit Beginn kommender Woche sollen einige Bereiche an Dienstleistungen nach vielen Monaten wieder öffnen. Beim Besuch wird man allerdings einen negativen Test vorweisen müssen. Die Gültigkeit eines PCR-Tests beträgt dann sieben Tage, beim Antigen-Schnelltest drei Tage. Als Alternative könne man aber auch einen Selbst-Test vorlegen, wie Gesundheitsminister Petr Arenberger (parteilos) sagte:


„Wir haben bisher keine Frist festgelegt, selbstverständlich muss sie aber kürzer sein. Wenn etwa eine Frisöse einen Test bei ihrer Kundin durchführt, gilt er für den Besuch. Sein Ergebnis kann nicht ins System eingetragen, daher auch nicht beglaubigt werden und längere Zeit gelten.“

Bewohner Tschechiens können schon jetzt alle drei Tage einen kostenlosen Antigen-Schnelltests in medizinischen Einrichtungen absolvieren. Zudem werden die meisten Arbeitnehmer regelmäßig überprüft, da für Firmen sowie Selbständige mit Kundenkontakt eine Test-Pflicht besteht. Will man die genauere PCR-Methode, dann muss allerdings selbst dafür zahlen. Der Preis liegt bei umgerechnet etwa 60 Euro.


Das Meinungsforschungsinstitut Median wollte nun wissen, wie viele Menschen hierzulande bereit sind, einen selbstbezahlten PCR-Test vor dem Besuch einer Gaststätte beziehungsweise einer Kultur- oder Sportveranstaltung zu machen. Das Ergebnis hat eine klare Tendenz gezeigt: 59 Prozent der Befragten lehnten eine solche Möglichkeit ab. 39 Prozent der Menschen sprachen sich dafür aus. Přemysl Čech leitet das Institut:

„Vor allem Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren sind bereit, auf ihre eigenen Kosten einen Test machen zu lassen. Höhere Zustimmung zeigen Menschen mit Hochschulausbildung und etwas überraschend auch Bewohner kleinerer Gemeinden. Dort liegt die Unterstützung bei 46 Prozent.“


Die Meinungen unterscheiden sich je nach den politischen Präferenzen. PCR-Tests haben stärkere Unterstützung bei Wählern der Piraten sowie der konservativen Bürgerdemokraten (ODS), die geringste bei den Anhängern der Partei Ano und der Kommunisten.


Positiver eingestellt sind die Menschen in Tschechien gegenüber den Antigen-Tests, für welche die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Auch da lässt sich aber nicht von einer massiven Unterstützung sprechen. Die Bereitschaft, sich testen zu lassen, liegt nur bei rund 50 Prozent. Den höchsten Wert erreicht sie beim Einkaufen in Geschäften, und zwar 59 Prozent, den geringsten beim Besuch von Sportveranstaltungen – nämlich 44 Prozent. Přemysl Čech:

„Die Antworten auf diese Frage werfen gewissermaßen ein schlechtes Licht auf unsere Gesellschaft. Will man Tests systematisch organisieren und sie für gewisse Aktivitäten zur Bedingung machen, wäre die Bereitschaft der Menschen dazu nicht besonders groß.“


Das Institut Median hat am 19. und 20. April insgesamt 1037 Menschen im Alter ab 18 Jahren befragt.

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