Von Null auf Hundert: Minibrauereien wieder auf voller Leistung


Praktisch von einem Tag auf den anderen haben die Minibrauereien in Tschechien ihre Produktion wieder hochgefahren. Lange mussten sie auf die Lockerungen der entsprechenden Anti-Corona-Maßnahmen warten, doch nun sorgt auch das heiße Wetter für eine rasch steigende Nachfrage.


„Wir produzieren wieder täglich 2000 Liter Bier, und dazu müssen wir nun im Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten“, sagt Luboš Jadrníček. Er ist Anteilseigner der nach ihm benannten Minibrauerei in Náměšť na Hané / Namiescht (Hanna) bei Olomouc / Olmütz. Daher gehe es in dem Brauhaus jetzt von früh bis abends rund, sagt Jadrníček. Das aber sah vor ein paar Monaten noch ganz anders aus, denn da musste seine Brauerei ihre Produktion vorübergehend einstellen:


„Die schlimmsten Monate für uns waren der Januar und Februar, als die Anlage stillstand. Jetzt liefern wir wieder Bier in 50-Liter-Fässern aus, damals kein einziges. Dies war die bisher schlechteste Periode in der Geschichte der Brauerei.“


Dass die Einnahmen in dieser Zeit nicht bei Null lagen, dafür sorgten die treuen Stammkunden der Brauerei. Sie kauften im Winter wenigstens das eingelagerte Flaschenbier. Nun aber wird erneut in großem Stil gebraut, und ein Fass nach dem anderen verlässt das Fabrikgelände. Ein wesentlicher Grund dafür sind die Bierfestivals, die in diesen heißen Tagen anstehen:


„Jetzt beginnt für uns die Sommer-Hauptsaison. Unsere Bierzelte haben wir bereits entstaubt und die Schanktische gesäubert. Wir beteiligen uns an den Festivals in Olmütz und Brünn, und danach haben wir weitere Teilnahmen in der Umgebung in Aussicht.“


Sämtliche Vorbereitungen auf die neue Saison waren ziemlich hektisch, weil die Lockerungen der Maßnahmen in der Corona-Pandemie lange auf sich warten ließen. Doch auf einmal ging alles sehr schnell, und Luboš Jadrníček musste von einen Tag auf den anderen auf die veränderte Lage reagieren. Aber er war nicht der Einzige, auch andere Vertreter der Branche wurden von der plötzlichen Wende überrascht. Jiří Omelka ist Miteigentümer und Braumeister der Olmützer Brauerei Chomout:


„Wir hatten eine schwere Zeit, wobei die zweite Corona-Welle für uns noch schwieriger war als die erste. Auf einmal gab es dann aber wieder Vollbetrieb. Ich hoffe, dass dieser lange anhält. Das Wetter kommt uns entgegen, die Menschen haben Durst und sind froh, erneut in Kneipen und Biergärten sitzen zu können. Das spürt man, und für uns ist das ein Segen.“


Wie Luboš Jadrníček und Jiří Omelka hoffen auch alle anderen Besitzer von Minibrauereien in Tschechien auf ein gutes Geschäft. Denn sie wollen möglichst schnell die Verluste aus dem Lockdown ausgleichen. In manchen Fällen fehlen Kronen-Beträge in sechsstelliger Höhe.


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