Vor 50 Jahren: Die erste Fahrt auf der D1 von Prag nach Mirošovice


Die Freigabe des ersten Abschnitts der Autobahn D1 am 12. Juli 1971 war ein spektakuläres Ereignis, an dem führende kommunistische Politiker teilnahmen. Dabei war die Strecke nur 21 Kilometer lang, sie führte von Prag in das östlich gelegene Mirošovice.

Die damalige Tschechoslowakei lag beim Bau von Autobahnen weit hinter Westeuropa zurück. Auch das heutige Tschechien hat mit seinem knapp 1300 Kilometer langen Autobahnnetz im europäischen Vergleich noch großen Nachholbedarf. Zahlreiche Abschnitte der tschechischen Autobahnen befinden sich zudem in einem schlechten Zustand. Die Erneuerung der D1, der ältesten Autobahn im Land, begann vor acht Jahren und dauert bis heute an. Die Pläne für den Bau von Autobahnen reichen bis in die 1930er Jahre zurück.

Ein interessantes Projekt für eine tschechoslowakische „Autostrada“ verfolgte Jan Antonín Baťa, veröffentlicht in seinem 1937 erschienenen Buch „Budujme stát pro 40 000 000 lidí“ („Errichten wir einen Staat für 40.000.000 Menschen“). Der Unternehmer und Visionär aus Zlín schlug darin eine Streckenführung vom westböhmischen Cheb / Eger bis ins transkarpatische Jassinja vor und entwarf gleichzeitig ein ausgeklügeltes Netz künstlicher Wasserstraßen.

Überlegungen zum Bau eines Autobahnnetzes gab es auch nach der Unterzeichnung des Münchner Abkommens. Im Januar 1939 begannen die Bauarbeiten an der etwa 300 Kilometer langen Verbindung „Prag – Iglau – Brünn – Zlin“. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges und mangelnder Geldmittel mussten diese allerdings im Jahr 1942 eingestellt werden.

Nach dem Krieg ordnete Präsident Beneš zunächst den Weiterbau der Autobahn an. Im Zuge der kommunistischen Machtübernahme wurden die Pläne jedoch ab 1950 fallengelassen. Der Staat setzte damals andere Prioritäten...




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