Tschechien: Schweinemast auf früherem NS-Lagergelände wird abgerissen

Lety (dpa) – In Tschechien hat der Abriss eines stillgelegten Schweinemastbetriebs begonnen, der sich auf dem Gelände eines früheren nationalsozialistischen Zwangsarbeitslagers für Roma befindet. Kulturminister Martin Baxa übergab das Areal in Lety bei Pisek in Südböhmen am Freitag einem Abbruchunternehmen. Später soll dort ein neues Mahnmal an den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Sinti und Roma erinnern. Das sei man den Opfern schuldig, betonte Baxa. Geplant ist zudem ein Informationszentrum für Besucher. Die Kosten belaufen sich demnach auf umgerechnet rund 8,1 Millionen Euro.

Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg starben im Arbeitslager Lety mehr als 300 Angehörige der Minderheit der Roma unter unmenschlichen Bedingungen, darunter viele Kinder. Hunderte weitere wurden ins deutsche Vernichtungslager Auschwitz im besetzten Polen deportiert. In den 1970-er Jahren wurde auf dem Gelände in Lety ein Schweinemastbetrieb errichtet, der erst 2018 vom tschechischen Staat gekauft und geschlossen wurde. Zuvor hatte es deswegen jahrelang Proteste von Menschenrechtsorganisationen gegeben.

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