Bayerns Ministerpräsident Söder zu Besuch in Prag

Die vergangenen vier Jahre mit Andrej Babis als Ministerpräsident in Prag waren für das komplizierte bayerisch-tschechische Verhältnis eine verlorene Zeit – jedenfalls, soweit es die offiziellen staatlichen Beziehungen angeht. Fünf Jahre lang war kein bayerischer Ministerpräsident mehr in Prag. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Beziehung der beiden europäischen Kernländer.

Nachdem die Sudetendeutsche Volksgruppe die Trümmer, welche die Vertreibung vor nunmehr 76 Jahren hinterlassen hatte, weitgehend aus dem Weg geräumt hat und inzwischen auf ihrem zentralen Kongress sogar die tschechische Nationalhymne abspielt, ist für den neuen liberal-konservativen Prager Regierungschef Petr Fiala der Weg frei für eine weitere Normalisierung. Der steht auch Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) nicht im Wege.

Wenn es etwas gibt, was die Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien belasten könnte, dann ist es die Energiepolitik. Fiala und Söder bekräftigten am Donnerstag zwar ihre Solidarität und den gemeinsamen Willen, sich gegen die von Russland herbeigeführte Energiekrise gemeinsam zur Wehr zu setzen, doch im Falle eines Falles könnte den Partnern das Hemd doch näher als der Rock sein. Das Mäkeln aus dem Westen am grenznahen tschechischen Mega-Atomkraftwerk Temelin ist jedenfalls angesichts der ausgebrochenen Energiekrise sehr viel leiser geworden.

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