Mein Vater, der Fürst

Einige Monate vor Karel Schwarzenbergs 85. Geburtstags im Dezember kommt ein Dokumentarfilm seiner Tochter ins Kino: Gemeinsam mit Regisseur Lukas Sturm ist Lila Schwarzenberg mit „Mein Vater, der Fürst“ ein vielschichtiger Film gelungen, der die Balance zwischen intimer Familiengeschichte und Weltpolitik hält.

 

„Man ist nicht da, um glücklich zu sein“, sagt der Vater zu seiner Tochter am Ende eines Dokumentarfilms, der die ungewöhnliche Geschichte von Lila Schwarzenberg und ihrem Vater Karl erzählt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren treffen sich Tochter und Vater immer wieder zum Gespräch. An den Orten, die beide geprägt haben. In Prag und auf Schloss Orlik im Süden von Böhmen, aber auch in Wien und in Murau in der Steiermark.

Video: Mein Vater, der Fürst – Trailer Deutsch

 

Die Gespräche erkunden im Laufe der Jahre alle Winkel der gemeinsamen Geschichte. Von einem Vater als Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts, dessen Kindheit von Enteignung und Flucht geprägt ist und der später zu einem der bemerkenswertesten Politiker Europas nach dem Zweiten Weltkrieg wird. Ein Staatsmann, Aristokrat und Revolutionär gleichermaßen. Die Geschichte seiner Tochter beginnt als die eines Mädchens, das in einer von Erbprinzen und Männern dominierten Familientradition aufwächst. Eines, das sich gegen Etikette und Adelsprädikate wehrt, später in Drogensucht abgleitet – dann clean wird und sich ein Leben in London aufbaut, um die Schatten der Vergangenheit zurückzulassen.

 

Im Laufe der Dreharbeiten stellt sich Lila Schwarzenberg auch wiederholt den Fragen ihres Co-Regisseurs Lukas Sturm zu ihrer eigenen Geschichte. Der Film zeigt, wie Lila immer wieder versucht, die Distanz zum scheinbar übermächtigen Vater zu überwinden. Dabei entsteht ein höchst intimes Porträt von zwei Menschen, die sich vertraut und fremd zugleich sind. Vor dem Hintergrund einer turbulenten und von Schicksalsschlägen gezeichneten Familiengeschichte bemühen sich beide aufrichtig, einen Weg zueinander zu finden. Mein Vater, der Fürst erzählt stellvertretend die Geschichte von vielen Töchtern, Söhnen, Vätern und Müttern und dem gegenseitigen, oft zum Scheitern verurteilten Wunsch nach Anerkennung, Wertschätzung und Nähe.

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